Statements 23 march, refugee camp Bologna and Berlin

Internationaal zijn er op 23 maart protesten te horen vanuit de vluchtelingenkampen. De verklaringen die deze vluchtelingen naar buiten hebben gebracht verschillen van de Nederlandse verklaring. Bij deze een voorstel verklaring uit Italie en een definitieve tekst uit Berlijn.

No Borders No Nations Stop Deportations!

Proposal text Italy

March 23: transnational migrants’ and anti-racist initiatives

The migrants, refugees and workers from different European countries will be on the streets on march 23rd for a transnational day against the European migration regimes and precarity. In this time of crisis, policies against migrants are fostering racism and violence. Many problems we experience in our life and everyday exploitation are connected to the European policies against us.

For this reason, we reciprocally support the demonstrations planned in Bologna, Berlin and Amsterdam, and we claim together:
The end of European racism and apartheid against migrants;
The right to stay for all, independent from jobs and wages;
The right to asylum with real policies to help and support refugees;
The closure of all detention centers inside and outside EU borders and
the end of Frontex operations.

We don’t need austerity, we don’t need policies that divide us, we want freedom!

We exhort everybody to join us.

Die Erklaring der Protestbewegung der Gefluchteten in Deutschland

Mit dem Beginn des Streikes in Würzburg ist seit dem 19. März 2012 die Bewegung für die Verteidigung der Rechte von Asylsuchenden in eine neue Phase eingetreten. Diese Bewegung fügt ein weiteres Blatt in die Historie der Geflüchtetenbewegung. Wir, die kämpfenden und protestierenden Geflüchteten, sind von Würzburg eine 600 km lange Strecke nach Berlin gelaufen. Auf diesem Wege haben wir die Gesetze, gegen die wir protestieren, konkret durch zivilen Ungehorsam aufgehoben. Bewusst haben wir während dieses 600 km langen Marsches die Residenzpflicht öffentlich gebrochen. Wir haben die Isolationslager für Flüchtlinge
boykottiert. Weitere kämpfende Geflüchtete haben sich uns auf dem Wege angeschlossen.

Heute stehen wir entschlossen, transparent und öffentlich hier auf der Straße. Und die, die uns abschieben wollen, sollen versuchen, hierhin zu kommen und uns hier mitten im Zentrum der öffentlichen Macht, also hier auf der Straße, festzunehmen und abzuschieben.
Fast sieben Monate kämpfen wir gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung, kämpfen wir gegen die Repressionen, die darauf zielten, unsere Bewegung zurückzudrängen. Diesen Kampf konnten wir nur mit der Unterstützung von vielen Menschen und Gruppen gemeinsam ausfechten. Wir Geflüchteten sind keine Opfer mehr. Wir haben den Stempel des Opferseins abgelegt. Wir sind aktiv in die gesellschaftlichen Kämpfe hier in Deutschland eingetreten und kämpfen Schulter an Schulter gemeinsam mit allen hier für eine menschliche und freie Gesellschaft.
Aus den Lagern heraus haben wir uns von unten organisiert, unbürokratisch haben wir mit unseren eigenen Methoden uns und gleichzeitig alle anderen Geflüchteten und unsere Rechte hier und heute verteidigt.
Der Streik, der in Würzburg begonnen hat, hat nicht nur in Deutschland eine Bewegung ausgelöst, sondern greift um sich in ganz Europa. Diese Bewegung zeigt, dass die Asylgesetze nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa veraltet sind und daher ohne Bedingungen aufgehoben werden müssen.

Mit unserem Kampf wollen wir folgendes erreichen:
1) Die Anerkennung aller Asylsuchenden als politische Flüchtlinge
2) Den Stopp aller Abschiebungen
3) Die Aufhebung der Residenzpflicht
4) Die Schließung aller Isolationslager

Wir rufen alle Menschen und Gruppen auf uns in diesem Kampfe zu unterstützen. Wir sind sicher, gemeinsam können wir diesen Kampf zum Sieg führen.

Die protestierenden Geflüchteten in Deutschland